Juli 19, 2025

Bifaziale PV-Module: So profitieren Solarcarports in Bayern von bis zu 20% mehr Ertrag und nachhaltiger Energieversorgung

Wussten Sie schon?

Bifaziale Module Carport: Funktionsprinzip und Marktentwicklung

Bifaziale Photovoltaik nutzt beide Zellseiten, um direkte sowie reflektierte Strahlung in elektrische Energie umzuwandeln. Bei einem Bifaziale Module Carport wird diese Technologie in Parkflächen integriert, sodass die Oberseite der Module die ungehinderte Globalstrahlung aufnimmt, während die Rückseite diffuse Albedo­-Anteile vom Boden, von Fahrzeugdächern oder umliegenden Fassaden verwertet. Studien an Hochschulen und Prüfinstituten belegen Ertragszuwächse zwischen 10 % und 20 % gegenüber monofazialen Glas-Folie-Systemen. Auf dem deutschen Markt verzeichnet das Segment seit 2021 jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich, getrieben von steigenden Strompreisen, strengeren CO₂-Vorgaben und dem Wunsch, versiegelte Flächen mehrfach zu nutzen. Vorgaben aus der Energy Performance of Buildings Directive und landesrechtliche Solarpflichten fördern den Einsatz zusätzlich, da Carports unter 1 MWp von vereinfachten Anmeldeverfahren profitieren.

Aus Sicht von Investoren mit sechs- bis siebenstelligem Budget besitzt die Kombination von Überdachung und Energieerzeugung gleich mehrere ökonomische Hebel: Die PV-Komponente senkt den Netzbezug zu Hochtarifen, während die konstruktive Überbauung von Parkplätzen keine zusätzliche Grundstückserschließung erfordert. In Kosten-Nutzen-Betrachtungen werden die höheren Modulpreise durch reduzierte Fundament- und Gestellaufwendungen teilweise kompensiert, weil bifaziale Glas-Glas-Einheiten aufgrund ihrer mechanischen Steifigkeit geringere Querriegelabstände zulassen.

Doppelseitige PV Module im Vergleich zu konventionellen Systemen

Wirkungsgrad und Energieausbeute

Doppelseitige PV Module erreichen unter genormten Laborbedingungen Wirkungsgrade von bis zu 22 %, wobei die Rückseitenzellen je nach Moduldesign 70 % bis 90 % der Frontseitenleistung beitragen können. In realen Carportanwendungen hängt der Zusatzertrag primär vom Reflexionsgrad des Untergrunds ab. Helle Pflasterungen mit einem Albedo von 0,4 steigern die Rückseitenbelastung deutlich stärker als dunkler Asphalt mit 0,1. Simulationen für nord- und süddeutsche Standorte zeigen, dass selbst bei bedecktem Himmel 5 % Mehrertrag möglich sind, da Streulichtanteile von Wolken reflektiert werden.

Konstruktion und Materialbeständigkeit

Die Glas-Glas-Laminate besitzen symmetrische Spannungsverhältnisse, wodurch Mikrorisse im Zellverbund deutlich seltener auftreten als bei Glas-Folie-Aufbauten. In typischen Carportstatiken führt die erhöhte Modulsteifigkeit zu einer homogeneren Lastverteilung bei Wind- und Schneelasten nach DIN EN 1991-1-3/4. Da die Module von unten offen sind, entfällt die Folienrückseite als Wasserdampf­sperre; potenzieller Feuchteeintrag wird über die Zellkanten abgeführt. An Standorten mit winterlichem Streusalzeinsatz sind Glas-Glas-Oberflächen chemisch widerstandsfähiger, was den Wartungsaufwand mindert und die kalkulierte Nutzungsdauer über 30 Jahre unterstützt.

Elektrische Auslegung und Schattenmanagement

Die beidseitige Belichtung führt zu höheren Stromstärken im MPP-Betrieb. Stringdesigns berücksichtigen deshalb eine reduzierte Modulanzahl pro Wechselrichter-Tracker, um Spannungsfenster nicht zu überschreiten. Verschattung durch Fahrzeugreihen wirkt sich asymmetrisch aus: Während die Frontseitenleistung in Spitzenzeiten nur geringfügig sinkt, kann das Rückseitenäquivalent je nach Parkdichte variieren. Leistungsoptimierer oder MPP-Tracker auf Unterstrangebene minimieren daraus resultierende Mismatchverluste. In Gleichstromsystemen über 1350 V DC ermöglicht der modulare Aufbau größere Stringlängen, was Kabellaufwand und Verteilerschränke reduziert.

Ertrag Solarcarport in Abhängigkeit von Standortparametern

Geografische und meteorologische Einflüsse

Der jährliche Ertrag Solarcarport hängt neben der Einstrahlungsintensität maßgeblich von Reflexionswerten, Modulneigung und Umgebungstemperatur ab. Eine Auswertung von In-situ-Messungen in Bremen, Köln und München zeigt, dass die bifazialen Zugewinne relativ konstant bleiben, obwohl die absolute Globalstrahlung vom Nordwesten zum Süden um etwa 150 kWh/m² steigt. In Küstennähe begünstigen helle Wolkenschichten die diffuse Rückseitenbelastung, während im Alpenvorland höhere Schneedecken reflektierende Winterpeaks erzeugen.

Untergrundbeschaffenheit und Oberflächenalbedo

Bau- und Ingenieurunternehmen berücksichtigen für die Reflexionsprognose Materialwahl und Farbgebung der Stellfläche. Betonpflaster in CEM III /B-Qualität weist im Neuzustand einen Albedowert von 0,35, der nach fünf Jahren Nutzung auf 0,25 sinkt. Hell beschichteter Asphalt kann durch Titandioxid-Zusätze dauerhaft über 0,3 gehalten werden, während anthrazitfarbener Asphalt bei 0,12 verbleibt. Der Rückseitenzuwachs skaliert quasi linear mit diesen Werten. In Wirtschaftlichkeitsmodellen lässt sich der Effekt als Zuschlag in kWh/kWp abbilden; bei 1000 kWh/kWp Basisertrag generieren 0,1 Albedoerhöhung etwa 35 kWh/kWp zusätzlich.

Neigungswinkel, Stützenraster und lichte Höhe

Die Positionierung der Modulreihen zwischen 5° und 15° wirkt sich sowohl auf den frontalen Energieeintrag als auch auf die Rückseitenbelastung aus. Geringe Neigungen optimieren die Fahrzeugdurchfahrt und reduzieren Windlasten, erhöhen jedoch die Verschmutzungsanfälligkeit. Ein Stützenraster von 5 × 5 m hat sich als Kompromiss zwischen Materialeinsatz und Verkehrsführung etabliert. Zur maximalen Ausnutzung der Rückseitenaktivität empfehlen Normenorientierungen eine lichte Höhe von mindestens 2,8 m; bei geringeren Abständen schatten Fahrzeugdächer den unteren Zellbereich und senken den bifazialen Faktor um bis zu 3 Prozentpunkte.

Statik- und Brandschutzanforderungen

Ein Bifaziale Module Carport erfordert eine Statik, die sowohl Eigenlasten der Glas-Glas-Module als auch Verkehrslasten nach DIN EN 1991-1-1 berücksichtigt. Schneesackbildung zwischen den Reihen ist wegen der geringen Neigung ein bemessungsrelevanter Faktor; in Schneelastzone 3 wird häufig ein erhöhter Sicherheitsbeiwert von 1,6 angesetzt. Brandschutztechnisch greifen die Musterbauordnung sowie länderspezifische Garagenverordnungen. Für überdachte Stellplätze mit Photovoltaik gilt die Klassifizierung „Mittelgarage“ bis 1 000 m², womit Feuerwiderstandsklassen R 30 für Stützen und R 60 für tragende Träger vorgegeben sind. Kabeltrassen sind in Funktionserhaltskanälen nach E30 oder höher zu führen, um eine Abschaltung der Stringspannungen in maximal 120 s zu gewährleisten.

Netzintegration und Lastmanagement

Der Netzanschluss erfolgt in der Regel über einen Parallelzähler zum Bestandsanschluss des Objekts. Transformatorstationen sind ab 135 kW Pflicht, wenn die Netzimpedanz einen Kurzschlussstrom von 1,2 kA unterschreitet. Doppelseitige PV Module erzeugen wegen der bifazialen Mehrleistung Spitzen, die über dynamische Wirkleistungsbegrenzungen nach VDE AR-N 4105 geglättet werden. Betreiber koppeln die Anlage häufig mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge; ein statisches Lademanagement, das die Ladeleistung auf den momentanen PV-Überschuss begrenzt, senkt den Netzbezug typischerweise um 18 % bezogen auf die Jahressumme. Bei Firmenflotten mit planbaren Standzeiten lässt sich durch sequenzielles Laden eine weitere Reduktion von 6 % erzielen.

Betrieb, Wartung und Monitoring

Die Glas-Glas-Laminatstruktur reduziert Reinigungszyklen, dennoch empfehlen Normdienstleister halbjährliche Sichtprüfungen. Kameragestützte Thermografie erkennt Hot-Spots auf Front- und Rückseite; ein Messfeld von 5 cm² gilt als Obergrenze, bevor Austauschmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll werden. In Regionen mit hoher Partikelbelastung (z. B. Hafenstandorte) wird eine Osmose-Reinigung einmal pro Jahr kalkuliert. Wartungsbudgets von 9 €/kWp und Jahr haben sich für Anlagen über 200 kWp etabliert. Condition-Monitoring via SCADA erlaubt eine Ertragsabweichungsanalyse in 15-min-Auflösung; Abweichungen von mehr als 3 % zum Sollwert initiieren eine Störungsmeldung an den Servicepartner.

Finanzierungsmodelle und Risikobewertung

Die Kapitalaufwandsstruktur verteilt sich auf etwa 55 % Modul- und Wechselrichterkosten, 20 % Bauleistungen, 15 % elektrische Peripherie und 10 % Planung. Betriebswirtschaftlich wird der Ertrag Solarcarport über 20 Jahre mit linearem Degradationseinbezug von 0,35 % p. a. modelliert. Bei einem Diskontsatz von 4 % resultiert daraus ein Kapitalwert von 310 €/kWp, wenn 60 % des erzeugten Stroms eigenverbraucht werden und der Rest zu Marktpreisen gemäß § 10 EEG vermarktet wird. Sensitivitätsanalysen zeigen, dass eine Albedo-Änderung von nur 0,05 den Kapitalwert um ±24 €/kWp verschiebt, während eine Zinsanpassung um 0,5 Prozentpunkte einen Effekt von ±17 €/kWp hat. Versicherer verlangen in der Regel eine All-Risk-Police mit Selbstbehalt von 2 500 € je Schaden; Prämien liegen zwischen 0,3 % und 0,4 % der Investitionssumme jährlich.

Fazit

Bifaziale Carports kombinieren Flächeneffizienz mit messbaren Mehrerträgen, die sich durch helle Bodenbeläge, optimierte Netzregelung und präventive Wartung weiter steigern lassen. Für Unternehmen mit hohem Eigenverbrauchsanteil verbessert sich der Kapitalwert spürbar, wenn statische und brandschutztechnische Standards frühzeitig einbezogen werden. Entscheidungsträger sollten deshalb eine standortspezifische Reflexionsanalyse, ein integriertes Lastmanagement und eine auf bifaziale Systeme abgestimmte Versicherungspolice als Mindestkriterien in ihre Projektplanung aufnehmen.

Wenn Sie mehr über individuelle Lösungen für Solarcarports erfahren möchten, besuchen Sie unsere Kontaktseite: https://pillar-de.com/kontakt/

Denken Sie darüber nach, wie sich Solarcarports in Ihrem Unternehmen einsetzen lassen?
Gerne prüfen wir gemeinsam die Möglichkeiten –

besuchen Sie unsere Kontaktseite und senden Sie uns eine unverbindliche Anfrage.