Aug. 15, 2025

Erdschrauben als Schlüsseltechnologie: Wie Bayern die Ladeinfrastruktur der Zukunft mit innovativen Fundamentlösungen für E-Autos gestaltet

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Markt- und Regulatorikumfeld für Erdschrauben Ladeinfrastruktur

Die Bundesregierung taxiert den Bedarf an öffentlich zugänglichen Ladepunkten bis 2030 auf über 500 000 Stück. Parallel zwingt das Gebäude-Energie-Gesetz neu errichtete oder größere Parkflächen zur Vorhaltung elektrischer Leitungsinfrastruktur. Vor allem Betreiber von Logistikzentren, Einkaufsarealen oder kommunalen Park&Ride-Anlagen stehen daher vor der Aufgabe, in kurzer Zeit flächendeckend Ladepunkte zu errichten. Betonfundamente kollidieren dabei häufig mit ambitionierten Rollout‐Zeitachsen, Nachweispflichten zum Bodenmanagement und CO₂-Bilanzzielen. Hier gewinnen Erdschrauben Ladeinfrastruktur an Bedeutung, weil sie Montagegeschwindigkeit mit genehmigungsrechtlichen Vorteilen kombinieren. In zahlreichen Bundesländern genügt bei Einsatz von Schraubpfählen eine Bauanzeige, während massive Stahlbetonblöcke eine vollumfängliche statische Genehmigung auslösen können.

Auch der Trend zu Solarcarports verstärkt die Nachfrage. Nach Zahlen des Fraunhofer ISE liegt das technische Potenzial über überdachten Parkplätzen bei rund 30 GWp. Wer Ladepunkte und PV-Strom kombiniert, kann Stromgestehungskosten senken und Förderprogramme wie die KfW-Bundesförderung Ladeinfrastruktur optimal ausschöpfen. Eine modulare Fundamentlösung, die sich sowohl für Tragpfosten eines Carports als auch für Masten einer Ladesäule eignet, reduziert die Schnittstellen in Planung und Ausführung.

Technische Grundlagen des Schraubfundaments E-Auto

Ein Schraubfundament E-Auto besteht aus verzinktem Stahl, einer helixförmigen Schneide und einem Aufsatzflansch. Beim Eindrehen verdrängt die Schneide den Boden seitlich, anstatt ihn auszuschachten. Dadurch entsteht sofortige Lastabtragung ohne Aushärtungszeit. Für Ladesäulen im öffentlichen Raum liegt die typische Nutzlast pro Pfahl zwischen 8 und 15 kN, was von handelsüblichen Erdschrauben der Dimension M76 oder M89 problemlos getragen wird. Für Carport-Pfosten, die zusätzliche Schneelasten aufnehmen müssen, kommen größere Durchmesser mit Zugfestigkeiten bis 35 kN zum Einsatz.

Tragfähigkeit und Bodeneignung

Die gängigsten Parkflächen bestehen aus verdichtetem Schotter, Asphalt oder Betonpflaster auf Bodenklasse 3 bis 5. In diesen Lagen erreichen Erdschrauben Ladesäule ihr Nennmoment in wenigen Minuten. Weiche Auffüllungen oder torfige Böden erfordern dagegen Vorbohrungen oder längere Schaftlängen, was sich über Probebelastungen präzise ermitteln lässt. Typische Setzungswerte liegen unterhalb der in DIN 1054 zulässigen Grenzverschiebungen, sofern das Einbringmoment dokumentiert und der Grenzdrehzahlbereich nicht überschritten wird.

Normen und Prüfverfahren

Für temporäre und permanente Erdschrauben gilt in Deutschland die EN ISO 14688 in Verbindung mit DIN EN 1997-1. Die Zug- und Querbelastung wird dabei über ein Druck-Zug-Verhältnis von 3,0 geprüft. Eine gängige Vorgehensweise ist die statische Zugprüfung mit 1,5-fachem Nutzlastwert. Digitale Drehmomentprotokolle der Einbaugeräte liefern ergänzende Qualitätsnachweise. In Ausschreibungen setzen sich inzwischen spezifizierte Schraubfundamente als Alternative zu Betonfundamenten durch, weil sie standardisierte Prüfverfahren und kürzere Dokumentationspfade bieten.

Wirtschaftliche und ökologische Kennzahlen beim Fundament Ladestation

Investitionsentscheidungen in der Ladeinfrastruktur werden zunehmend durch Total-Cost-of-Ownership-Betrachtungen beeinflusst. Studien zeigen, dass bei einer typischen Quartiersgarage mit 40 Ladepunkten der Tiefbau- und Fundamentanteil bis zu 25 % der Gesamtkosten ausmacht. Durch den Entfall von Schalung, Bewehrung, Betonlieferung und Aushub können Schraubfundamente die Capex je Ladepunkt um 10 bis 15 % reduzieren. Gleichzeitig verkürzt sich der Projektkalender, weil die Wartezeit für Beton-Hydratation komplett entfällt. Dies erleichtert die fristgerechte Inbetriebnahme, die in vielen Förderprogrammen als Meilenstein vorgesehen ist.

Ökologische Kriterien spielen eine weitere Rolle. Die Herstellung eines Kubikmeters Beton erzeugt im Mittel 270 kg CO₂-Äquivalente. Ein Erdschrauben-Pfahl gleicher Tragfähigkeit liegt je nach Stahlrecyclingquote bei 110 bis 140 kg. Bezogen auf einen Parkplatz mit 50 Schraubpfählen ergibt sich somit eine Einsparung von rund 6 t CO₂. Diese Werte lassen sich in ESG-Berichten anführen und unterstützen Taxonomie-konforme Investitionsentscheidungen.

Für Betreiber von Agri-PV- oder PV-Freiflächenanlagen ist zusätzlich die Bodenversiegelung relevant. Schraubpfähle lassen sich rückstandslos entfernen, was den Flächenstatus als landwirtschaftliche Nutzfläche erhält und Pachtmodelle vereinfacht. Darüber hinaus minimiert die reversible Bauweise das Risiko für Rückbauauflagen am Ende der Nutzungsdauer.

Montageprozesse und Logistik

Der Aufbau einer Erdschrauben Ladeinfrastruktur folgt klar definierten Prozessschritten, die sich an industriellen Taktzeiten orientieren. Nach der topografischen Aufnahme und der Lokalisierung von Leitungszonen werden die Schraubfundamente E-Auto mit selbstfahrenden Hydraulikmaschinen eingedreht. Das durchschnittliche Einbringmoment beträgt dabei 2,5 kN m; es wird digital protokolliert und dient als unmittelbarer Qualitätsnachweis. Für Projekte mit mehr als 100 Stellplätzen hat sich ein Zwei-Schicht-Betrieb bewährt, bei dem ein Montageteam bis zu 60 Fundamente pro Tag setzen kann. Der Verzicht auf Aushub reduziert die Baustellenlogistik beträchtlich: Statt Mulden und Betonmischer werden lediglich Palettenware und mobile Rammen benötigt, was die Zahl der Lkw-Fahrten um bis zu 40 % senkt.

Genehmigungsmanagement im kommunalen Kontext

Auf Liegenschaften des Bundes und der Länder greift häufig die LBO-Ausnahme nach § 62, wenn das Fundament Ladestation keine Aufenthaltsräume einschließt und die Bauhöhe unter 10 m bleibt. In städtischen Kontexten verlangen Tiefbauämter zwar eine Stellungnahme zur Standsicherheit, akzeptieren aber in der Regel das Drehmomentprotokoll als vereinfachten Nachweis. Für Projekte in Wasserschutzgebieten gilt die Besonderheit, dass Erdschrauben Ladesäule eine geringere Eindringtiefe in die Grundwasserschicht erlauben und deshalb leichter genehmigt werden. Entscheidend ist eine frühzeitige Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde, um Bohrspülungen vollständig auszuschließen.

Integration in bestehende Gebäudestrukturen

Bei Parkhäusern mit Betondecken bis zu 25 cm Dicke wird das Schraubfundament E-Auto über Hüllrohre mit angeschweißten Ringankern verankert. Diese Variante verteilt die Querkräfte auf die Geschossdecke und vermeidet Kernbohrungen. Für offene Stahlparkdecks empfiehlt sich eine Adapterplatte, die die Erdschraube in eine Schubverstärkung des Rinnenträgers einbindet. Beide Methoden erlauben eine nachträgliche Montage ohne Sperrung des Parkbetriebs, solange Brandschutzauflagen (DIN 4102-2) eingehalten werden.

Risiko- und Qualitätsmanagement

Ein internes Prüfregime umfasst drei Ebenen: visuelle Kontrolle der Schweißnähte, statistische Zugversuche an 5 % der Pfähle und eine abschließende Überfahrtprüfung durch ein 7,5-t-Prüffahrzeug. Zur Minderung von Korrosionsrisiken wird eine Duplexbeschichtung mit Mindestschichtdicke von 140 µm empfohlen. Daten aus Langzeitmonitorings zeigen, dass Setzungen unter 3 mm pro Jahr liegen, wenn das Verhältnis von Einbringmoment zu Pfahllast größer als 1,8 ist. Für Betriebsgesellschaften reduziert dies die Rückstellkosten und vereinfacht die Versicherungseinstufung.

Kostenmodelle und Förderfähigkeit

Die Bundesförderung Ladeinfrastruktur gewährt für gewerbliche Schnellladepunkte einen Zuschuss von bis zu 900 €/kW. Da Erdschrauben Ladeinfrastruktur als betonkostenfreie Maßnahme gilt, kann der Förderanteil relativ zum Gesamtbudget steigen. In CAPEX-Modellen führt dies zu Amortisationszeiten von unter sechs Jahren, sofern der Stromabsatz mindestens 4 000 kWh je Ladepunkt und Jahr beträgt. Bei Contracting-Modellen wird die Fundamentleistung häufig als separates Gewerk ausgeschrieben; die modulare Struktur der Schraubpfähle erlaubt Pauschalangebote mit fixen Stückpreisen, was Nachtragsrisiken minimiert.

Fazit

Erdschrauben bieten im Vergleich zu klassischen Betonfundamenten eine messbar kürzere Bauzeit, geringere CO₂-Emissionen und schlankere Genehmigungsverfahren. Unternehmen, die Ladeinfrastruktur oder Solarcarports aufbauen möchten, profitieren von reduzierten Tiefbaukosten, einer klaren Dokumentationskette und höherer Flächenflexibilität. Entscheidern wird empfohlen, frühzeitig das Einbringmoment als Qualitätskriterium zu definieren, Korrosionsschutz über die komplette Nutzungsdauer einzukalkulieren und Förderprogramme konsequent mit der modularen Bauweise zu verknüpfen.

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