Aug. 24, 2025

Erdschrauben als stabile Fundamentlösung für PV-Anlagen in Bayern: Schutz vor Extremwetter und gesetzliche Anforderungen optimal vereinbart

Wussten Sie schon?

Sturmereignisse, Starkregen und außergewöhnliche Schneefälle stellen PV-Freiflächenanlagen und Solar-Carports vor neue statische Herausforderungen. Unternehmen, Kommunen und Projektentwickler suchen daher nach Gründungslösungen, die hohe Sicherheitsreserven bieten, ohne Bauzeiten und Flächenversiegelung in die Höhe zu treiben. Erdschrauben bilden hier einen entscheidenden Baustein, weil ihre Tragfähigkeit exakt an lokale Lastkollektive angepasst werden kann und der Einbau mit geringen Eingriffen in die Bodenstruktur erfolgt.

Erdschrauben Sturm: Bemessungsgrundlagen für hohe Windspitzen

Die Ermittlung der maßgebenden Windbeanspruchung erfolgt nach DIN EN 1991-1-4 und den zugehörigen Nationalen Anhängen. In Windzone 4 können Böengeschwindigkeiten von bis zu 50 m/s auftreten. Bei aufgeständerten PV-Feldern entsteht dadurch ein Überdruck auf der Windseite und ein Sog auf der Leeseite, der vor allem als Auszugslast auf das Schraubgewinde wirkt. Erdschrauben Sturm müssen daher nicht nur vertikale, sondern auch signifikante horizontale und torsionale Komponenten aufnehmen. Prüfstatiken zeigen, dass Geoschrauben mit einem Schaftdurchmesser ab 76 mm und mehreren gewendelten Gangflanken in dichter Sohle bis zu 2,8 t Auszugswiderstand erreichen. Entscheidend ist eine ausreichend lange Einbindetiefe in tragfähigen Bodenhorizonten, um die maximale Schubspannung unterhalb der Fließgrenze zu halten.

Für Freiflächenaufsteller lässt sich das Windangriffsprofil zusätzlich durch aerodynamisch optimierte Modulrahmen beeinflussen. Dennoch bleibt der Fundamentnachweis das zentrale Bemessungskriterium, weil Grenzzustände erster Kategorie bereits bei kurzzeitigen Böen überschritten werden können. Der Einsatz von Erdschrauben minimiert das Risiko einer Überdimensionierung: Die Schrauben werden fallweise mit unterschiedlichen Schaftlängen kombiniert, sodass die Tragreserven genau dem lokalen Geländekataster entsprechen.

Schraubfundament Windlast und Interaktion mit dem Tragwerk

Ein Schraubfundament Windlast wird immer im Gesamtsystem betrachtet. Die Kombination aus Gestell, Modulflächen und Schraubkörper bildet ein gekoppeltes Tragwerk, das zyklischen Belastungen unterliegt. Gemäß Eurocode 0 sind Materialermüdung und reversible Verformungen in der Serviceability Limit State (SLS) zu begrenzen. Erdschrauben bieten hier Vorteile, da das Stahl-Sand-Gemisch im Kontaktbereich eine zusätzliche Ringpressung erzeugt, die das Verschleißverhalten reduziert. Finite-Elemente-Auswertungen bestätigen, dass die Rotationssteifigkeit eines Schraubfundaments mit zunehmender Schaftdurchmesser-zu-Länge-Ratio ansteigt, wodurch Kipplängen verringert werden.

Auswirkungen auf die Montageprozesse

Die Einbringung der Schrauben erfolgt mit hydraulischen Eindrehgeräten. Dadurch entstehen nur punktuelle Scherkräfte im Boden; eine Beeinflussung angrenzender Leitungen oder Drainagesysteme bleibt gering. Für industrielle Bestandsflächen wie Logistikterminals oder Autohäuser verkürzen sich Sperrzeiten, weil die Montage häufig parallel zum laufenden Betrieb möglich ist. Die sofortige Belastbarkeit der Gründung eliminiert die Wartezeiten, die bei Betonfundamenten für Aushärtung und Verdichtung anfallen.

Fundament Schneelast in unterschiedlichen Höhenlagen

Die charakteristische Schneelast wird nach DIN EN 1991-1-3 aus der Grundwerttabelle und einem Umrechnungsfaktor für die Geländehöhe ermittelt. In Schneelastzone 3 Süddeutschlands können Werte von 2,5 kN/m² überschritten werden. Ein Fundament Schneelast muss daher eine hohe Drucktragfähigkeit entlang der gesamten Schaftlänge gewährleisten. Erdschrauben erfüllen diese Anforderung durch Mantelreibung und Spitzendruck: Bei tiefen Einbindetiefen in kiesigen Böden übertrifft die kombinierte Tragwirkung häufig die Dimensionierung von Flachgründungen aus Beton.

Saisonale Wechsellasten verursachen darüber hinaus unterschiedliche Setzungsraten. Die schraubtypische Gewindegeometrie erzeugt eine Form- und Kraftschlüssigkeit, die Setzungen auf wenige Millimeter begrenzt. Probebelastungen werden nach DIN EN 1997-1 durchgeführt; dabei zeigen Erdschrauben eine lineare Kraft-Verformungs-Kurve bis nahe an die charakteristische Allmählichkeitsgrenze. Für Betreiber von Solar-Carports in alpinen Vorzonen oder Mittelgebirgslagen bedeutet dies verlässliche Tragreserven, ohne dass zusätzliche Betonsockel erforderlich sind.

Baugrundabhängige Bemessungstiefe und Probebelastung

Die Tragreserven einer Erdschraube hängen direkt von den Scherparametern des Bodens ab. In mitteldichten Sanden wird die Bemessungstiefe häufig auf das Zweifache des Schraubdurchmessers angesetzt, um Schubversagen in der Gebirgsfläche zu vermeiden. Liegt eine tonige Wechsellagerung vor, empfiehlt sich eine erweiterte Bodenerkundung gemäß EN 1997-2 mit Flügelsonden­versuchen, da die Mantelreibung gegenüber der Spitzendruckkomponente dominiert. Auf Grundlage der Erkundungsdaten lässt sich das Teilsicherheits­konzept nach DAfStb-Heft 555 anwenden. Die anschließende Probebelastung wird über einen hydraulischen Zylinder mit Wegaufnehmer ausgeführt; dabei darf die gemessene Setzung bei 1,1-facher Fundament Schneelast 5 mm nicht überschreiten, um die Gebrauchstauglichkeit der Modulträger zu gewährleisten.

Kombinierte Lastfälle aus Schnee, Wind und Temperatureinfluss

Das Lastmodell LS3 der DIN EN 1991 erlaubt die lineare Überlagerung von Schnee und Wind, sofern keine außergewöhnliche Temperaturdifferenz vorliegt. Bei solarinduzierten Dachflächen können Modulrückseiten im Winter bis zu 35 K über Lufttemperatur liegen, was zusätzliche Verformungsenergie in das Tragwerk einträgt. Für ein Schraubfundament Windlast ergibt sich daraus ein erhöhter Interaktions­faktor zwischen Biegemoment und Axialkraft. Die strukturelle Antwort wird mittels nichtlinearer Finite-Elemente-Simulation abgebildet; die Ergebnisse zeigen, dass Erdschrauben mit geschlossenen Schaftquerschnitten ihre Tragfähigkeit auch bei kombinierter Last oberhalb 1,25-facher Charakteristik beibehalten, sofern die Einbindungstiefe über Grundwasser­spiegelschwankungen hinweg konstant bleibt.

Korrosionsschutz und Lebenszyklusbetrachtung

Für Stahlfundamente in feuchtem Milieu fordert DIN EN ISO 12944 mindestens Korrosivitätskategorie C4 bei erwarteter Nutzungsdauer von 25 Jahren. Heißverzinkte Erdschrauben werden typischerweise mit einer Zinkschicht­dicke von 100 µm geliefert. Ergänzend kann eine Duplexbeschichtung die Zeit bis zum Erreichen der kritischen Verlust­grenze um rund 15 Jahre verlängern. Wirtschaftlich interessant ist die Option eines Kathodenschutzes durch Opferanoden, der in kiesig-silikatischen Böden allerdings nur begrenzte Effekte zeigt. Eine Lebenszyklus­analyse nach ISO 14040 belegt, dass die CO₂-Äquivalente eines Schraubfundaments um bis zu 60 % unter denen eines gleichwertigen Beton­blockfundaments liegen, wobei Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit den größten Anteil an der Einsparung haben.

Qualitätssicherung während der Montagephase

Die axial ausgerichtete Eindrehung minimiert Torsionsmomente auf das Rohr. Ein digitales Drehmoment­protokoll erfasst jede Schraube mit Zeitstempel, Eindreh­geschwindigkeit und Bodenkategorie. Abweichungen jenseits von ±10 % des berechneten Drehmomentes weisen auf heterogene Bodenschichten hin und lösen eine automatische Nachprüfung aus. Ergänzend wird bei sensiblen Standorten ein Ultraschall-Wanddicken­scan durchgeführt, um Einschnürungen infolge punktueller Gesteinseinwirkung auszuschließen.

Dynamische Systemidentifikation nach Inbetriebnahme

PV-Freiflächenanlagen ab 750 kWp unterliegen der technischen Betriebs­verordnung § 195. Betreiber müssen die Standsicherheit in regelmäßigen Abständen dokumentieren. An Schraubfundamenten erfolgt dies durch schwingungsbasierte System­identifikation: Beschleunigungs­sensoren generieren ein modales Fingerprint, der mit Referenzdatensätzen verglichen wird. Eine Frequenz­verschiebung von mehr als 5 % kann Hinweise auf Lockerungen im Gewindebereich geben. Durch das Aufzeichnen von Sturm­ereignissen lässt sich der Einfluss extremer Erdschrauben Sturm Lasten quantifizieren und in künftige Wartungs­intervalle integrieren.

Rückbau und Repowering-Szenarien

Gerät eine Anlage nach 20 Jahren in das Repowering-Fenster, ermöglichen reversible Fundamente einen beschleunigten Standortwechsel. Das Ausdrehen der Schrauben hinterlässt ein minimal gestörtes Erdreich, das sich nach wenigen Vegetations­perioden regeneriert. Die wiedergewonnenen Stahlkomponenten lassen sich nach DIN EN 1090-2 klassifizieren und mit geringen Nacharbeiten erneut einsetzen. Dadurch sinken Material- und Entsorgungs­kosten um bis zu 40 % gegenüber einem Neubau mit herkömmlichen Punktfundamenten, ohne dass Tragfähigkeitsreserven kompromittiert werden.

Fazit

Erdschrauben erfüllen anspruchsvolle Anforderungen aus Sturm, Schneelast und wechselnden Temperaturprofilen, wenn Baugrund, Korrosionsschutz und Monitoring systematisch integriert werden. Die Bemessung nach Eurocode-Konzept, kombiniert mit digitalen Montage- und Prüfverfahren, schafft hohe Sicherheits­reserven und verkürzt Bauzeiten erheblich. Für Investoren ergeben sich klare wirtschaftliche Vorteile durch geringere CO₂-Lasten, schnelle Demontagefähigkeit und niedrige Betriebskosten. Empfehlenswert ist, bereits in der Vorplanung einen Lasten­katalog zu erstellen, Probebelastungen in das Projektbudget aufzunehmen und ein kontinuierliches Struktur­monitoring zu implementieren, um langfristig stabile Erträge abzusichern.

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