Aug. 28, 2025

Erdschrauben im temporären Bau: Nachhaltige Lösungen für Projekte in Bayern senken Kosten und CO₂-Emissionen

Wussten Sie schon?

Erdschrauben temporäre Bauten: Markt- und Genehmigungslage

Temporäre Bauwerke haben sich innerhalb weniger Jahre von Nischenlösungen zu einem zentralen Bestandteil der deutschen Baupraxis entwickelt. Logistik-Hubs, modulare Fertigungshallen, mobile Solarcarports oder Interimspavillons entstehen heute oft auf Zeit und müssen nach Projektende ohne langwierige Rückbaumaßnahmen verschwinden. Vor diesem Hintergrund rücken Erdschrauben temporäre Bauten in den Fokus. Laut aktuellen Erhebungen des Fraunhofer ISE wurden 2023 bereits rund 18 % aller PV-Freiflächenmontagesysteme auf Schraubfundamenten errichtet, mit jährlichen Wachstumsraten von über 25 %. Die Bundesregierung flankiert den Trend: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023 honoriert reversible Fundamente durch Bonusregelungen, während die Musterbauordnung Erdschrauben als zulässige Bauart aufführt, sofern der statische Nachweis vorliegt. Für Projektentwickler reduziert sich dadurch der Prüfaufwand bei den Bauaufsichtsbehörden erheblich. Kommunen unterstützen den Einsatz zusätzlich, weil keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht und so Flächen nach der Zwischennutzung renaturiert werden können.

Auf Flughäfen, Autohöfen oder in Gewerbegebieten mit hohem Grundwasserstand erweisen sich Schraubsysteme als Genehmigungsbeschleuniger. Es entfallen Bodenaushub, Betonanlieferung und lange Aushärtezeiten. Fundamente lassen sich in gering belastbaren Böden durch größere Einschraubtiefen oder Lastverteilplatten dimensionieren, ohne das Erdreich chemisch zu verändern. Damit erfüllen Betreiber schon heute die Anforderungen der EU-Taxonomie an den minimalen Eingriff in Natur und Landschaft.

Schraubfundamente mobil im technischen Vergleich

Die Umstellung von Betonfundamenten auf Schraubfundamente mobil verändert den gesamten Bauablauf. Ein autarker Hydraulik-Antrieb oder ein Baggeradapter dreht die Stahlkomponente binnen weniger Minuten in den Boden ein. Die Konstruktion ist unmittelbar belastbar, was den kritischen Pfad vieler Projekte verkürzt. Feldversuche der Technischen Universität München zeigen, dass sich die Installationszeit einer 10-MW-PV-Freiflächenanlage um bis zu vier Werktage reduziert. Gleichzeitig sinkt der Maschinen- und Personalbedarf: Für 100 Schrauben mit einem Durchmesser von 76 mm werden typischerweise weniger als 12 Betriebsstunden benötigt, da Zwischenlogistik für Bewehrungsstahl, Schalung oder Beton entfällt.

Auch in der Tragfähigkeit können moderne Systeme überzeugen. Schrauben der NC-Serie decken Lasten bis 2,8 t pro Stück ab, was für Standard-PV-Gestelle, Carportträger oder leichte Hallenkonstruktionen ausreichend ist. Durch den geschlossenen Stahlkörper entsteht ein definierter Kraftfluss ohne kapillar wirkende Hohlräume; Frost und chemische Sulfate greifen die Struktur weniger an als bei offenporigem Beton. Der Korrosionsschutz erfolgt werksseitig über Feuerverzinkung und optionale Pulverbeschichtung, womit eine Nutzungsdauer von mehr als 40 Jahren nachgewiesen ist. Baubetriebe profitieren zusätzlich von der digitalen Dokumentation: Drehmoment, Vertikallage und GPS-Position können über einen Sensoraufsatz automatisch protokolliert und in das Bauwerksbuch importiert werden.

Wo Leitungsbündel, Drainagen oder Baumwurzeln dicht unter der Oberfläche verlaufen, bietet die Schraubfundamente mobil Methode einen weiteren Vorteil: Der Einbau erzeugt lediglich eine lokale Verdrängung, sodass bestehende Strukturen umgangen werden können. Der Eingriff bleibt reversibel, weil die Schraube ohne Anker oder Zementleim gesetzt wird. Verunreinigungen des Bodens werden damit ausgeschlossen, was vor allem auf Pachtflächen und in Wasserschutzgebieten zielführend ist.

Für Erdschrauben temporäre Bauten in exponierten Windzonen kann der Statiker durch längere Schaftlängen oder größere Plattendurchmesser zusätzliche Sicherheitsreserven einplanen, ohne den Baugrund tiefgründig zu verändern.

Erdschrauben wiederverwendbar in wirtschaftlichen Szenarien

Die Wiederverwendbarkeit ist ein zentraler Treiber für Investitionsentscheidungen im sechsstelligen Bereich. Erdschrauben wiederverwendbar lassen sich nach Ablauf der Nutzungsphase ausdrehen und an anderer Stelle erneut einsetzen. Marktstudien beziffern den Rückkauf- oder Wiederverkaufswert auf bis zu 70 % des Anschaffungspreises. In der Praxis führt diese Option zu einer deutlichen Senkung der Levelized Cost of Energy (LCOE) bei PV-Projekten: Eine interne Vergleichsrechnung auf Grundlage eines 5-MW-Carportfeldes weist eine Reduktion der spezifischen Stromgestehungskosten um 1,4 ct/kWh aus.

Für Finanzierer und Leasinggeber ergeben sich daraus neue Bewertungsmöglichkeiten. Erdschrauben wiederverwendbar gelten bilanziell als versetzbares Sachanlagevermögen, das im Worst-Case realisierbar bleibt. Diese Werthaltigkeit verbessert die Eigenkapitalrendite und trägt zur Reduktion des Finanzierungszinses bei. Auch der Rückbauaufwand ist kalkulierbarer: Statt eines potenziellen Entsorgungssatzes von 150 €/m³ Beton fallen lediglich die Kosten für den Rücktransport und eine Sichtprüfung der Schrauben an.

Innerhalb von Unternehmens-Portfolios, die mehrere Standorte betreiben, entsteht ein zirkulärer Materialfluss. Ein Solarcarport, der heute einen Logistikhof überspannt, kann morgen ein Mietwagenzentrum beschatten. Durch standardisierte Längen und Kopfplatten fügt sich das Fundament in modulare Gebäudesysteme ein. So reduziert sich nicht nur der Ressourcen-Input, sondern auch der Planungsaufwand, weil bewährte Statiken erneut angewendet werden.

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Planungsparameter für diverse Baugrundklassen

Bei der Auslegung von Erdschrauben temporäre Bauten hängt die zulässige Traglast nicht allein von der Stahlgeometrie ab, sondern maßgeblich von der Bodenkennlinie. In bindigen Böden mit einer Konsistenzzahl über 0,75 kann der Teilsicherheitsbeiwert um bis zu 15 % angehoben werden, während in Torf- oder Auffüllbereichen eine Vorfeldsondierung gemäß DIN 18300 zwingend bleibt. Ingenieurbüros kalkulieren dabei drei Kenngrößen: Mantelreibung, Spitzendruck und Setzungsverhalten unter zyklischer Belastung. Durch Kombination mehrerer Schraubfundamente mobil zu Kopfbalken lässt sich die Horizontalkraftaufnahme verdoppeln, ohne die Einschraublänge zu erhöhen. In küstennahen Windzonen wird ergänzend ein kathodischer Schutz in die Spezifikation aufgenommen, um die Feuerverzinkung langfristig zu unterstützen.

Logistik- und Baustellenorganisation

Schraubfundamente mobil reduzieren den innerbetrieblichen Verkehrsfluss erheblich. Ein 40-Fuß-Container fasst über 300 Einheiten mit 1 800 mm Schaftlänge, was die Lieferfrequenz gegenüber Beton um den Faktor sieben minimiert. Auf der Baustelle genügt ein zwei Mann starkes Team, ergänzt durch einen 8-t-Mini-Bagger mit Drehmomentaufsatz. Typische Tagesleistungen liegen bei 400 lfm, sodass ein 5 000 m² Carportfeld binnen fünf Arbeitstagen statisch belastbar ist. Der Verzicht auf Nassprozesse eliminiert wetterbedingte Stillstände; Messungen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie weisen eine Terminpufferverkürzung von durchschnittlich 12 % aus.

Risikomanagement und Compliance-Aspekte

Für Betreiber mit ESG-Reporting gewinnt die Reversibilität der Fundamente an Gewicht. Erdschrauben wiederverwendbar ermöglichen eine eindeutige Trennung zwischen investivem und laufendem Aufwand, da Rückbaukosten präzise in den Instandhaltungsplan aufgenommen werden. Versicherungstechnisch gelten die Stahlglieder als selbstständige Betriebseinrichtung; Prämienzuschläge für Restwertgarantien entfallen häufig. In Wasserschutzgebieten der Zone III ist nach § 38 WHG ein bauaufsichtlicher Nachweis der Bodendichtheit erforderlich. Da kein Beton in den Untergrund eindringt, bestätigen viele Untere Wasserbehörden die Zulässigkeit im vereinfachten Verfahren, was Genehmigungszeiten um mehrere Wochen verkürzt.

Digitale Dokumentation und Lifecycle-Tracking

Die Installation moderner Drehmoment­systeme erzeugt fortlaufende Datensätze zu Einschraubdrehmoment, Neigung und Koordinaten. Diese Informationen lassen sich über offene Schnittstellen direkt in Building-Information-Modeling-Plattformen integrieren. Betreiber erhalten damit eine nachvollziehbare Baubuchführung, die sowohl für Gewährleistungsfälle als auch für spätere Standortwechsel der Erdschrauben wiederverwendbar relevant ist. Eine Auswertung der Datenreihe aus zehn PV-Parks zeigt, dass 94 % der Fundamente beim zweiten Einsatz ohne Nacharbeiten das ursprüngliche Drehmoment erreichen.

Fazit

Erdschrauben temporäre Bauten, kombiniert mit Schraubfundamente mobil, bieten schnelle Montage, kalkulierbare Genehmigungen und eine wirtschaftlich belastbare Wiederverwendungsoption. Entscheider sichern sich dadurch verkürzte Bauzeiten, geringere Rückbaukosten und einen ESG-konformen Ressourceneinsatz. Bei der Projektplanung empfiehlt es sich, frühzeitig eine bodenmechanische Sondierung, ein digitales Drehmomentprotokoll und ein Rücknahmekonzept für Erdschrauben wiederverwendbar in das Leistungsverzeichnis aufzunehmen.

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