Sep. 5, 2025

Neue Gesetze für Erdschrauben in Bayern: Revolutionieren naturschutzgerechte Gründungen die Bauwirtschaft?

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Gesetzlicher Rahmen für Erdschrauben Naturschutz

Erdschrauben Naturschutz unterliegen denselben grundrechtlichen Vorgaben wie herkömmliche Gründungen, werden aber regulatorisch zunehmend bevorzugt. Das Bundesnaturschutzgesetz stuft punktuelle Bodeneingriffe, wie sie bei der Verschraubung entstehen, als geringfügig ein. Dadurch reduziert sich der Kompensationsbedarf erheblich. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023 wird die Flächenversiegelung erstmals explizit bewertet; genehmigungsrelevante Leitfäden des Bundes und der Länder gewähren einen Bonus für reversibel installierte Fundamente. In Wasserschutzgebieten greifen parallel die §§ 36–38 WHG, die den Eintrag von Fremdstoffen beschränken. Da Erdschrauben verzinkte Stahlrohre ohne Betonauswaschung sind, entfällt hier das aufwendige Nachweisverfahren für alkalische Stoffe. DIN SPEC 91434 fordert bei Agri-PV rückbaubare Stützstrukturen; die Norm verweist exemplarisch auf Schraubfundamente als konformes System.

Genehmigungsprozess im Detail

Für Projekte über 50 kW ist eine Bauanzeige Pflicht, bei Eingriffen in Landschaftsschutzgebiete zusätzlich eine naturschutzrechtliche Befreiung. Die Bewertungsstelle prüft drei Kernpunkte: Bodenversiegelung, Versickerungsfähigkeit und Rückbaukonzept. Ein statisches Gutachten nach DIN 1054 belegt die Tragfähigkeit, eine Rammsondierung ersetzt meist den klassischen Kernbohrkern. Die Unterlagen verkürzen das Verfahren um durchschnittlich 30 Tage, weil keine Betonrezeptur und kein Bodenaustausch zu dokumentieren sind.

Schraubfundamente Umwelt und Tragfähigkeit

Schraubfundamente Umwelt erreichen heute zulässige Druckkräfte bis 300 kN und Zugkräfte bis 140 kN. Die Lastabtragung erfolgt über Mantelreibung und Spitzendruck; dadurch bleiben Außenabmessungen kompakt. Bei Photovoltaik-Freiflächen deckt eine 76 × 1600 mm-Schraube übliche Modul- und Windlasten ab. Für Solarcarports liegt die empfohlene Dimension bei 89 × 2000 mm; hier kompensiert das größere Schaftvolumen dynamische Fahrzeuglasten. Werkstoffseitig kommen S355-Stähle mit ≥ 600 g/m² Feuerverzinkung zum Einsatz. Prüfungen nach EN ISO 14713 bestätigen eine Standzeit von mindestens 25 Jahren in Bodenkategorie 3, was den Amortisationshorizont der meisten PV-Anlagen übertrifft.

Montagegeschwindigkeit und Qualitätskontrolle

Die Installation erfolgt mit hydraulischen Drehmomentmaschinen. Ein vierköpfiges Team setzt bis zu 80 Schrauben am Tag, was im Vergleich zu Betonfundamenten eine Zeitersparnis von rund 40 % bedeutet. Das erforderliche Anzugsmoment wird digital protokolliert und dient als Nachweis für die statische Zieltiefe. Oberflächennahe Verdichtungen bleiben aus; die Tragfähigkeit stellt sich unmittelbar ein, sodass Tragsysteme ohne Aushärtezeit montiert werden können.

Projektspezifische Kennzahlen für Erdschrauben ökologische Bauweise

Erdschrauben ökologische Bauweise reduziert den Materialeinsatz auf etwa 12 kg Stahl pro Kilonewton Traglast, während Betonfundamente durchschnittlich 40 kg pro Kilonewton benötigen. Die CO₂-Bilanz verbessert sich dadurch um bis zu 60 kg je Tonne Tragfähigkeit. Bei einer 10-MWp-Freiflächenanlage summiert sich das auf rund 1 200 t vermiedene Emissionen. Gleichzeitig verringert sich das Transportvolumen um bis zu 70 %, da Schrauben stapelbar sind und ohne Schüttgüter auskommen.

Wirtschaftliche Effekte im Lebenszyklus

  • Investitionsphase: Einsparung von durchschnittlich 18 €/m² Gründungsfläche durch reduzierte Erdarbeiten.
  • Betriebsphase: Wegfall von Wartungsfugen und Frostschäden, daher keine Instandhaltungsrückstellungen für das Fundament.
  • Rückbauphase: Restwert des Stahls beträgt aktuell etwa 250 €/t; der Metallerlös deckt bis zu 40 % der Demontagekosten.

Für Betreiber von Logistikzentren oder Flughäfen ist die geringe Bauzeit ein wesentlicher Vorteil: Projektlaufzeiten lassen sich um mehrere Wochen verkürzen, wodurch Erlöse aus Eigenstromnutzung früher realisiert werden. Finanzierer berücksichtigen die CO₂-Ersparnis zunehmend in ihren Risikoaufschlägen; einige Förderbanken senken bei nachweislich zirkulären Fundamenten den Zinssatz um bis zu 10 Basispunkte.

Statik und Bemessung nach Eurocode

Die Bemessung von Schraubfundamenten erfolgt in Anlehnung an Eurocode 7 in Verbindung mit DIN 1054. Für die Teilsicherheitsbeiwerte werden γR = 1,1 für den Fundamentwiderstand und γG = 1,35 für ständige Lasten angesetzt. Die charakteristische Mantelreibung wird aus in-situ ermittelten Scherwerten des Bodens abgeleitet; gängige Laborwerte aus der Baugrundklasse Z2 lassen Mantelreibungen von 35–45 kN/m² zu. Die Spitzendruckkomponente wird über die effektive Fußfläche der Schraube berücksichtigt, wodurch bei den üblichen 200-mm-Helixdurchmessern Tragreserven von bis zu 20 % gegenüber Punktfundamenten aus Ortbeton entstehen. Unter Erdbebenlasten greift der Nachweis nach DIN 4149; rotationssymmetrische Schraubfundamente verhalten sich dabei duktil, was den Nachweisweg für plastische Gelenke im Stahlbau erleichtert.

Bodenmechanische Prüfverfahren

Die Entscheidung für eine Schraubdimension basiert meist auf dynamischen Rammsondierungen nach DIN 4094-3, die eine eindeutige Korrelationskurve zwischen Schlagzahl und Lagerungsdichte liefern. Ergänzend gewinnt der vor Ort durchgeführte Zugversuch an Bedeutung: Ein hydraulischer Zylinder appliziert dabei definierte Zugstufen bis 1,5-facher Gebrauchslast; die resultierenden Setzungen werden digital erfasst. Die Messreihe dient sowohl als Qualitätssicherung als auch als Nachweis gegenüber Versicherern. Für homogene Moränen- und Sandböden reichen in der Regel drei Stichproben je Hektar aus, während in heterogenen Auffüllungen eine höhere Stichprobendichte erforderlich ist. Die Prüfprotokolle lassen sich direkt in das Bauwerksbuch nach VDI 6200 integrieren.

Synergie mit modularem Stahlbau

Schraubfundamente lassen sich dank normierter Anschlussflansche mit variabler Verschraubung an gängige Stahlbauprofile ankuppeln. Typische Module sind HEB-Träger für Solarcarport-Riegel oder C-Profilrahmen bei Agri-PV. Durch die sofortige Tragfähigkeit können Stützen montiert werden, bevor die letzte Reihe verschraubt ist, was in getakteten Bauabläufen einen Zeitgewinn von bis zu 25 % ermöglicht. Im norddeutschen Küstenraum werden aufgrund hoher Windlasten häufig Doppel-Pfähle eingesetzt; hier erlaubt die drehmomentgesteuerte Installation eine zentimetergenaue Parallelführung. Die resultierende Reduktion der Knotenblechdicken senkt das Bauteilgewicht um rund 8 kg pro Anschlussposition.

Kostenstruktur und finanzielle Bewertung

Die Investitionskosten gliedern sich in Material, Gerätebereitstellung und Montage. Erfahrungswerte aus bundesweiten PV-Projekten zeigen Materialkosten zwischen 32 € und 38 € pro Stück für 76 × 1600 mm-Schrauben. Hinzu kommen durchschnittlich 12 € für die maschinelle Installation, sofern ein Mindestvolumen von 500 Einheiten erreicht wird. Gegenüber Flachgründungen reduziert sich der Bedarf an Erdaushub um etwa 0,18 m³ je Fundament; bei Entsorgungskosten von 18–25 € pro Kubikmeter entsteht ein zusätzliches Einsparpotenzial von bis zu 4,50 € pro Fundament. In der Betriebsphase entfallen Wartungsfugen-Inspektionen; Versicherer honorieren den verminderten Frostschaden-Risikoaufschlag mit bis zu 0,05 Prozentpunkten auf die Sachpolice. Ein vollständiger Rückbau erzielt aktuell Schrottpreise von etwa 250 €/t, wodurch sich ein Restwert von rund 6 € pro Standardfundament realisieren lässt.

Rückbau und Kreislaufwirtschaft

Die Reversibilität von Schraubfundamenten erfüllt die Anforderungen der DIN SPEC 91436 zur zirkulären Bauweise und erleichtert den Nachweis im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Beim Rückbau wird das Element entgegen der Einbaurichtung herausgedreht, was keine zusätzlichen Bodenverdrängungen erzeugt. Das entstehende Bohrloch schließt sich in kohäsiven Böden meist binnen weniger Wochen durch Setzung; in grobkörnigen Böden kann eine partielle Verfüllung mit Bodenaushub erforderlich sein. Die magnetische Sortierbarkeit des verzinkten Stahls ermöglicht einen Recyclinggrad von über 95 %. Unternehmen können den so dokumentierten Materialkreislauf in ihre EU-Taxonomie-Konformität einfließen lassen, was bei grünen Kreditlinien als positiver Faktor bewertet wird.

Fazit

Schraubfundamente bieten eine statisch belastbare, wirtschaftliche und ressourcenschonende Alternative zu klassischen Betonlösungen. Sie erfüllen die Anforderungen an Erdschrauben Naturschutz, optimieren das Verhältnis von Tragfähigkeit zu Materialeinsatz und erleichtern den Genehmigungsprozess. Für Investoren ergeben sich planbare CAPEX-Reduktionen, während Facility-Manager von niedrigen OPEX und einer hohen Rückbau-Verwertungsquote profitieren. Unternehmen, die frühzeitig auf Erdschrauben ökologische Bauweise setzen, sichern sich technische Flexibilität und stärken zugleich ihre ESG-Bilanz.

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