Sep. 10, 2025

Schraubfundamente als Schlüssel zur schnellen und nachhaltigen Ladepark-Infrastruktur in Bayern: Neue Gesetze und CO₂-Reduktion fördern die Bauwirtschaft

Wussten Sie schon?

Marktdynamik und regulatorischer Rahmen

Deutschland plant laut Bundesnetzagentur bis 2030 rund eine Million öffentliche Ladepunkte. Parallel fordert das Gebäudeenergiegesetz ab 2024 einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien bei Neubauten sowie im Bestand. Diese Konstellation verstärkt den Bedarf an schnell errichtbarer Ladeinfrastruktur für gewerbliche Parkflächen, Logistikhubs und kommunale Standorte. Ein zentrales Element ist das Schraubfundament Ladeinfrastruktur, das als Fundament ohne Beton den Bauprozess beschleunigt und Genehmigungsrisiken reduziert.

Technische Einordnung: Schraubfundament versus herkömmliche Gründung

Sofortige Tragfähigkeit und Bauzeitverkürzung

Schraubfundamente werden mit hydraulischen Antrieben eingedreht und erreichen unmittelbar nach dem Einbau ihre volle Tragfähigkeit. Bei klassischen Betonplatten sind Aushub, Einschalen, Bewehrung, Betonage und Trocknung erforderlich. In Ladeparks oder Solarcarports bedeutet dies einen Zeitvorteil von bis zu zwei Wochen, wodurch Stillstandskosten im laufenden Betrieb entfallen.

Baugrund und Bemessung nach Eurocode 7

Die statische Nachweisführung erfolgt analog zu Pfahlgründungen. Typische Grenzwerte liegen bei Drucklasten bis 300 kN und Zuglasten bis 150 kN, abhängig von Schraubendurchmesser und Bodendichte. Ein dynamischer Lastplattentest oder eine Kurzsondierung liefert in der Vorplanung belastbare Kennwerte und ermöglicht eine passgenaue Auswahl der Erdschrauben E-Ladestation.

Ressourceneffizienz und CO₂-Bilanz

Die Herstellung von Beton verursacht etwa 0,6 t CO₂ pro Kubikmeter. Da Schraubfundamente ohne Beton auskommen, reduziert sich der graue Energieanteil signifikant. Zusätzlich entfällt der Abtransport von Aushub sowie die Deponierung mineralischer Abfälle. Für ESG-Berichte liefert dies messbare Vorteile und verbessert die Taxonomie-Konformität von Neubauprojekten.

Wirtschaftliche Kennzahlen für Projektentwickler

Kapitaldienst und Amortisationsfristen sind zentrale Entscheidungsgrößen bei Ladeparks, Solarcarports und PV-Freiflächenanlagen. Durch den schnelleren Baubeginn verkürzt sich der Zeitraum zwischen Investition und Inbetriebnahme; Einnahmen aus Ladetarifen oder Stromverkauf fließen früher. Bei einer typischen DC-Station mit 300 kW bewirkt die Zeitersparnis von zehn Tagen eine Zinsvorteilsumme im niedrigen fünfstelligen Bereich, abhängig vom Projektvolumen.

Weiterhin senkt die reversible Gründung das langfristige Risiko. Sollte ein Betreiberstandort verlegt oder erweitert werden, lassen sich Schraubfundamente rückstandsfrei entfernen und wiederverwenden. Dies stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Grundstückseigentümern, insbesondere bei Pachtmodellen in Industrieparks oder an Flughäfen.

Integrationspotenzial in hybride Nutzungskonzepte

Modulare Ladehubs kombinieren häufig PV-Dachanlagen, Stromspeicher und Schnellladestationen. Das Fundament ohne Beton unterstützt dieses Konzept, denn Tragsysteme für Photovoltaikmodule, Wechselrichter und Schaltschränke können auf derselben Gründungslogik basieren. Gleichmäßige Achsraster vereinfachen das spätere Nachrüsten zusätzlicher Ladepunkte, ohne in den Verkehrsfluss einzugreifen.

Spezifische Einsatzbeispiele

  • Autohäuser ersetzen Teile der Ausstellungsfläche durch Solarcarports und nutzen die zusätzliche Beschattung zur Fahrzeugaufbereitung.
  • Logistikzentren statten Parkstände für E-LKW mittels Erdschrauben E-Ladestation aus und verkürzen die Bauzeit trotz hoher Flächenversiegelung.
  • Kommunale Energieversorger errichten temporäre Ladepunkte bei Großveranstaltungen, die nach Ende des Events rückgebaut werden können.

Qualitätssicherung und Monitoring

Jede Geoschraube erhält eine eindeutige Seriennummer, die im Bauwerksmodell hinterlegt wird. Drehmomentkurven und Einbautiefen lassen sich digital protokollieren, was die Wartung vereinfacht und Versicherern nachvollziehbare Nachweise liefert. Eine integrierte Zugprüfung auf der Baustelle dokumentiert die Einhaltung der Bemessungsparameter unmittelbar nach Installation.

Genehmigungsprozesse und baurechtlicher Kontext

Die Landesbauordnungen klassifizieren Schraubfundamente meist als „gründungsähnliche Tiefbauelemente“, wodurch das Anzeigeverfahren gegenüber einer konventionellen Bodenplatte vereinfacht wird. Da ein Fundament ohne Beton weder Aushub noch wasserrechtlich relevante Versiegelung erzeugt, entfällt in vielen Kommunen die Verpflichtung zur Regenrückhaltung. Für Betreiber mit knappem Zeitplan lässt sich der Bauantrag deshalb parallel zur Netzanfrage einreichen, wodurch projektkritische Schnittstellen verkürzt werden. In Naturschutz- oder Wasserschutzgebieten kann eine Schraubfundament Ladeinfrastruktur zudem als temporäre Einrichtung gewertet werden, was die Genehmigungsfähigkeit bei befristeten Mobilitätsprojekten erhöht.

Bemessung für kombinierte Lastfälle

Neben vertikalen Druck- und Zuglasten müssen Ladepunkte Windlasten nach DIN EN 1991-1-4 sowie Anprallkräfte nach RVS 08.22.01 aufnehmen. Die Bemessung erfolgt analog zu Pfahlgründungen: Bemessungswert der Gebrauchslast geteilt durch Teilsicherheitsbeiwert γF = 1,35. Für DC-Schnelllader werden häufig Erdschrauben E-Ladestation mit 114 mm Durchmesser gewählt, die charakteristische Drucklasten bis 260 kN tragen. Lateral wirkende Lasten werden über das Gewindeprofil in den Baugrund eingeleitet; bei homogenen Sand- oder Kiesböden erlaubt dies einen Achsabstand von 1,5 m, wodurch sich Modulträger, Trafostationen und Werbeschilder auf einheitlicher Rasterung ausrichten lassen.

Integration von Leitungswegen und Erdung

Das Leitungsmanagement entscheidet über spätere Wartungskosten. Schraubfundamente lassen sich werkseitig mit integrierten Leerrohren aus PVC-U oder PE-LD ausstatten, die Kabelquerschnitte bis 240 mm² aufnehmen. Die Trennung von Steuer- und Leistungskabeln reduziert EMV-Risiken, während Potentialausgleichsschienen unmittelbar an der oberen Gewindemuffe angeschlossen werden. Für den Blitzschutz genügt laut VDE 0185-305-3 die Einbindung einer 10-mm-Rundleitung in die Erdschraube, sofern der Durchgangswiderstand unter 10 Ω liegt. Im Wartungsfall können Kabel über Revisionsöffnungen entnommen werden, ohne den Stahlpfosten zu demontieren.

Rückbau, Wiederverwendung und ESG-Reporting

Beim End-of-Life eines Ladeparks werden Schraubfundamente mittels reversierbarem Drehmoment von rund 60 % des Einbauwerts wieder ausgegraben. Die Stahlkomponenten behalten ihre statische Klassifizierung und können auf einem neuen Standort erneut als Schraubfundament Ladeinfrastruktur eingesetzt werden. Projektentwickler bilanzieren dadurch einen materiellen Restwert, der in der Kapitalflussrechnung als positiver Cash-Flow erscheint. In ESG-Berichten lassen sich zudem CO₂-Einsparungen aus dem vermiedenen Betonansatz sowie der Wiederverwendung des Stahls quantifizieren. Das stärkt die Taxonomie-Konformität und verbessert Ratingergebnisse im Green-Bond-Segment.

Förderkulisse und steuerliche Aspekte

Die Bundesförderung Ladeinfrastruktur Unternehmen (BMDV) subventioniert bis zu 60 % der Investition, wobei Tiefbaukosten separat anrechnungsfähig sind. Da Erdarbeiten bei einer Erdschrauben E-Ladestation typischerweise um 30 % niedriger ausfallen als bei einer Fundamentplatte, kann die förderfähige Summe gezielt optimiert werden. Zusätzlich erlaubt §7c EStG eine degressive Abschreibung für „bewegliche Wirtschaftsgüter“, in die ein rückbaubares Fundament ohne Beton fällt. Für Kapitalgesellschaften entsteht somit ein Liquiditätsvorteil, weil die steuerliche Belastung in frühere Perioden verlagert wird. Kombiniert mit dem Zinsspareffekt aus einer verkürzten Bauzeit ergibt sich ein messbarer Return on Investment, der in Szenariorechnungen häufig schon nach 36 Monaten erreicht wird.

Fazit

Schraubfundamente bilden einen rechtssicheren, wirtschaftlich robusten und ökologisch vorteilhaften Pfeiler moderner Ladeinfrastruktur. Sie verkürzen Genehmigungsprozesse, reduzieren Bauzeit sowie CO₂-Bilanz und lassen sich mehrfach verwenden. Unternehmen mit hohen Investitionsvolumina profitieren von geringeren Tiefbaukosten, optimierter Förderfähigkeit und planbaren Rückbauoptionen. Für die Entscheidungsfindung empfiehlt sich daher ein frühzeitiger Abgleich der Lastannahmen mit Bodengutachten, die parallele Beantragung von Fördermitteln und die Integration des Rückbaukonzepts in die Finanzplanung.

Wenn Sie mehr über individuelle Lösungen für Solarcarports erfahren möchten, besuchen Sie unsere Kontaktseite: https://pillar-de.com/kontakt/

Denken Sie darüber nach, wie sich Solarcarports in Ihrem Unternehmen einsetzen lassen?
Gerne prüfen wir gemeinsam die Möglichkeiten –

besuchen Sie unsere Kontaktseite und senden Sie uns eine unverbindliche Anfrage.